Hallen – Regionalmeisterschaften 2009

Sandplatzspezialisten im Hallenfinale

Regionalmeisterschaften der Herren und Damen

Am Valentinstag-Wochenende fanden im Sport – In Wust vor den Toren der Stadt Brandenburg an der Havel die Hallen – Regionalmeisterschaften der Damen und Herren statt. Für den neu gewählten Vorstand der Region mit Falk Rodig (Bezirksvorsitzender) und Michael Stippa (Sportwart) war dies zugleich die erste offizielle sportliche Amtshandlung. Während Stippa verletzungsbedingt auf eine Teilnahme verzichten musste, ging Rodig als Mitfavorit auch selber an den Start.
Mit 16 Meldungen bei den Herren und 5 bei den Damen konnte sich auch das Starterfeld für ein Hallenturnier durchaus sehen lassen. Bis auf wenige Ausnahmen meldeten bei den Herren alle Favoriten und einem gutklassigen Turnier stand nichts im Wege. Bei den Damen hingegen fehlte mit Birgit Ladendorf die Neuruppiner Titelverteidigerin.
Bei den Herren gingen alle Partien des Achtelfinals relativ klar in 2 Sätzen an die jeweiligen Favoriten – die 8 gesetzten Spieler. Lediglich Robert Dicke (TC Wusterhausen) – die Nummer 7 – musste sich seinem Mannschaftskammerraden Eugen Wiskow mit 6:3 und 6:4 geschlagen geben. Und eben dieser Eugen Wiskow sollte auch im weiteren Turnierverlauf für Aufsehen sorgen. Im Viertelfinale traf er auf Denny Fresdorf vom TC BSC Süd 05, der als Titelverteidiger in das Turnier ging und als klares Ziel vorgab, diesen verteidigen zu wollen. Doch daraus sollte nichts werden. Zu selten konnte er sein aggressives Grundlinientennis seinem Gegner aufzwingen, der seinerseits in gewohnter Manier ruhig die Bälle verteilte. Hinzu kamen unerzwungene Fehler Fresdorfs und somit durch ein 3:6; 5:7 das Aus.
Dass Wiskow nun bereits im Halbfinale stand, ist zwar auf Grund seiner zahlreichen guten Ergebnisse der letzten Jahre nicht verwunderlich, doch da er mit seinem defensiven Spiel doch eher auf den langsamen Belägen Zuhause ist, verwundert es doch zumindest etwas, dass er nun auch in der schnellen Halle so eindeutig dominiert. Einer seiner bisher größten Erfolge war das Erreichen des Regionalmeisterschaftsfinale 2006 – auf Sand.
Mit Ronny Sobek konnte sich in einem weiteren Viertelfinale der nächste Sandplatzspezialist vom TC Wusterhausen durchsetzten. Gegen Sven Horn vom Brandenburger Sport- und Ruderklub behielt er mit einem 6:2 und 6:0 jeder Zeit die Oberhand.
Und auch Alexander Kuchling (TC BSC Süd 05) hatte keine größeren Probleme mit Falk Rodig (Eberswalde) beim 6:4 und 6:1. Lediglich zu Beginn des Matches tat sich der kräftige Kuchling etwas schwer und wirkte dabei etwas lustlos. Doch im Laufe des Spiels steigerte sich besonders sein Aufschlag und im Gegenzug wuchs die Fehleranzahl von Rodig.
Das 4. Viertelfinale bestritten der erst 19jährige Brandenburger Patrick Kabisch und der an Nummer 1 gesetzte Neuruppiner (der für Wusterhausen spielt) Christian Schlinke. Zwischen den beiden entwickelte sich ein echter Krimi mit langen, kraftraubenden Ballwechseln und ohne Happy End. Nachdem Kabisch den ersten Satz mit 6:3 für sich entscheiden konnte und der 2. ebenfalls mit 6:3 an Schlinke ging, musste dieser beim Stande von 1:3 im 3. Satz erschöpfungsbedingt aufgeben. Schlinke lag bereits die Woche zuvor mit Fieber im Bett. Dieses Match war nun zu viel.
Auch für Kabisch kam es wohl ganz gelegen, dass die Halbfinals erst am nächsten Tag gespielt wurden und somit Zeit zum Durchatmen blieb. Doch so ganz schien diese nicht gereicht zu haben. Wie sonst ist das 6:1 und 6:0 gegen Wiskow zu erklären? Und da auch Sobek gegen Kuchling mit 6:3; 6:4 gewann, standen nicht nur 2 Spieler vom TC Wusterhausen im Finale – es konnten sich ebenso die beiden Sandplatzspezialisten durchsetzen. Einen bitteren Höhepunkt hatte das Halbfinale zwischen Sobek und Kuchling. Kuchling knicke während eines längeren Ballwechsels im ersten Satz um und erlitt dabei, wie sich später herausstellte, einen doppelten Bänderriss. Da er diese Verletzung zwar spürte, aber nicht für so schwerwiegend hielt, spielte er weiter und hatte sogar noch Chancen das Spiel zu gewinnen. Sobek spielte an diesem Tag aber einfach das bessere Tennis, traf die Linien und verwandelte die Volleys ganz sicher.
Das Finale zwischen den beiden eigentlichen Sandplatzspezialisten verlief zunächst sehr ausgeglichen und gipfelte im Tiebreak des ersten Satzes. Diesen sicherte sich Eugen Wiskow, dem somit auch die Vorentscheidung gelang. Sobek hatte dem im 2. Satz nichts mehr entgegenzusetzen und gab diesen mit 6:0 ab.
Bei den Damen hielten die beiden für den TC BSC Süd spielenden Nadine Komander und Annica Fronz ihre Konkurrenz aus Rathenow deutlich in Schach. Keine der beiden Favoriten gaben in ihrem jeweiligen Halbfinale auch nur ein Spiel ab und trafen somit im Finale aufeinander. Hier siegte mit Komander am Ende die erfahrenere von beiden.

Achtelfinale


Viertelfinale


Halbfinale


Finale


Sieger


Schlinke, Christian [1]
(Neuruppin)
geg.
Schulz, Christian
(Rathenow)

Schlinke, Christian
(6:0, 6:3)

geg.

Kabisch, Patrick
(6:4; 6:4)

Kabisch, Patrick
(6:3; 3:6, 3:1
 Aufg. Schlinke)

geg.

Wiskow, Eugen
(6:3; 7:5)

Wiskow, Eugen
(6:1; 6:0)

geg.

Sobek, Ronny
(6:3; 6:4)

Sieger:

Wiskow, Eugen
(7:6; 6:0)

Schwarzelt, Maximilian
(BSC Süd)
geg.
 Kabisch, Patrick [8]
(BSC Süd)

Dicke, Robert [7]
(TC Wusterhausen)
geg.
 Wiskow, Eugen
(Neuruppin)

Wiskow, Eugen
(6:3; 6:4)

geg.

Fresdorf, Denny
(6:2; 6:1)

Schneider, André
(BSC Süd)
geg.
 Fresdorf, Denny [3]
(BSC Süd)

Kuchling, Alex. [4]
(BSC Süd)
geg.
Wolf, Andreas
(BSRK)

Kuchling, Alexander
(6:0; 6:1)

geg.

Rodig, Falk
(6:0; 6:3)

Kuchling, Alexander
(6:4; 6:1)

geg.

Sobek, Ronny
(6:2; 6:0)

Paschen, Dirk
(TC Wusterhausen)
geg.
 Rodig, Falk [5]
(Schwedt)

Horn, Sven [6]
(BSRK)
geg.
 Dlugaiczyk, Gerrit
(BSRK)

 Horn, Sven
(6:2; 6:4)

geg.

Sobek, Ronny
(6:2; 6:4)

Tertel, Rauno
(BSC Süd)
geg.
 Sobek, Ronny [2]
(Wusterhausen)


Damen

Vorrunde
Julia Fischkahl (Rathenow) – Jennifer Rohmann (Rathenow) 3:6; 6:3; 6:2

Halbfinale
Nadine Komander (BSC Süd) [1] – Julia Fischkahl (Rathenow) 6:0; 6:0
Annica Fronz (ESV Kirchmöser) [2] – Anne-Maren Möhring (Rathenow) 6:0; 6:0

Finale
Nadine Komander – Annica Fronz (ESV Kirchmöser) 6:4; 6:2

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Interview mit dem Sieger Eugen Wiskow:

Eugen, zunächst einmal Herzlichen Glückwunsch zum Hallen-Regionalmeistertitel. Dies war nun Dein erster Regionalmeistertitel. Wie hast Du diesen Moment erlebt?
Eugen: Es war schon ein sehr schöner und auch besonderer Moment für mich. Ich habe zwar schon in der Jugend viele Turniere gewonnen und war auch schon im Männerbereich ein paar mal nah dran aber jetzt Regionalmeister zu werden ist schon ne tolle Sache. Einige Tage vor den Meisterschaften habe ich im Training kein Ball ins Feld gespielt und war teilweise verzweifelt. Von daher hatte ich mir nichts ausgerechnet und hatte den Sonntag schon verplant, da ich eine Halbfinalteilnahme in meiner Verfassung für unrealistisch hielt. Dass es dann ausgerechnet in der Halle so gut klappte freut mich umso mehr, da ich eigentlich auf dem Belag nicht so gut zu Recht komme und wie man weiß auf Sand stärker bin.

Du hast ja alle Spiele relativ deutlich in 2 Sätzen gewonnen. In welchem Match hast du die meisten Probleme gehabt?
Eugen: Hmm, in der ersten Runde gegen meinen Trainingspartner Robert, er hat sehr gut gespielt und ich musste erstmal meinen Rhythmus finden und mein Spiel der schnellen Halle anpassen. Man sagt ja oft, dass das erste Spiel am schwersten ist und so war es auch diesmal bei mir. Schade das wir schon in der ersten Runde aufeinander getroffen sind, er wäre sicher für die eine oder andere Überraschung gut gewesen. Im weiteren Turnierverlauf wurde ich dann immer sicherer und stärker von der Grundlinie. Ich habe mein Spiel dem Belag angepasst und hab dann auch versucht, wenn die Chance da war drauf zu gehen und die Ballwechsel zu verkürzen, weil ich gemerkt habe, das nur den Ball rein zu spielen und rechts links zu laufen in der Halle einfach nicht reicht.

Im Halbfinale hast Du mit 6:0, 6:1 gegen Patrick Kabisch gewonnen. Warst Du besonders motiviert da er mit Christian Schlinke Deinen Neuruppiner Kumpel zuvor ausgeschalten hatte?
Eugen: Ich war so motiviert wie man in einem Halbfinale eben nur sein kann, wenn man nur noch einen Schritt vom Finale entfernt ist. Dass er vorher gegen Christian gewonnen hatte spielte für mich keine große Rolle. Ich wollte unbedingt ins Finale und hatte mich komplett darauf fixiert.  Er hat sicher nicht sein bestes Tennis gespielt aber ich habe mir im gesamten Match keine Schwächen erlaubt und ihn damit zu keinen Zeitpunkt ins Spiel kommen lassen.

Seit dem Du Tennis spielst ist Christian Schlinke immer mit dabei. Welchen Anteil hat er an dem Erfolg und wie ist Euer Verhältnis untereinander?
Eugen: Christian hat sicher auch dazu beigetragen, dass ich in den letzten Jahren immer besser geworden bin. Ich denke wir profitieren beide von einander, da unser Leistungsniveau etwa auf einer Ebene liegt. Wir wollen uns immer verbessern und haben uns gegenseitig schon oft zu großen Leistungen getrieben. Es ist immer ganz gut wenn man jemanden hat mit dem man sich messen kann. Außerhalb als auch innerhalb des Platzes verstehen wir uns sehr gut. Während der Tennisturniere feuern wir uns gegenseitig an und geben uns auch öfter mal Tipps. Wenn einer von uns dann mal weit kommt oder sogar ein Turnier gewinnt, dann freut man sich auch für den anderen. Da wir außerhalb des Platzes auch viele gemeinsame Interessen haben, verbringen wir auch privat öfter Zeit mit einander.

Nach dem TC GW Neuruppin und dem BSC Süd 05 ist der TC Wusterhausen der 3. Verein mit dem Du in der Verbandsliga spielst. Was macht den Reiz Verbandsliga aus und wie seht Ihr Eure Chancen in dieser Saison? Schließlich gelang es noch keinem Brandenburger Team die Liga zu halt?
Eugen: Ich persönlich spiele sehr gerne in der Verbandsliga. Es ist einfach eine andere Welt und ein ganz anderes Niveau. Man spielt gegen gute Berliner Mannschaften und kann sehen wo man das eigene Leistungsvermögen einordnen kann. Die Chance einige Einzel zu gewinnen wird mit Sicherheit da sein aber individuell sind die Berliner sicher etwas besser. Wir haben insgesamt keine schlechte Mannschaft, haben gute Spieler in unseren Reihen aber es wird verdammt schwer sein, die Klasse zu halten. Es ist sicher nicht komplett unmöglich, jedoch muss insgesamt einfach alles stimmen und viele Faktoren müssen zusammen kommen um in der Liga zu bleiben. Wir werden sicherlich  alles versuchen um die Sensation zu schaffen aber das wird sehr sehr schwer.

Würdest Du Dir wünschen, dass Neuruppin auch wieder ein Herren–Team stellt oder ist es Dir egal für welchen Verein Du spielst?
Eugen: Naja, ich wäre sicher nicht abgeneigt wieder in Neuruppin zu spielen, wenn man eine Mannschaft hätte, mit der man auf einem gewissen Niveau spielen könnte. Es ist aber seit etwa 3 Jahren nicht möglich, da einfach kein konkurrenzfähiges Personal vorhanden ist. Im Prinzip ist es mir egal wo ich spiele solange ich weiß, dass man mit der jeweiligen Mannschaft etwas erreichen kann und auf einem gewissen Level spielen kann. Man möchte sich schließlich weiter Entwickeln und man setzt sich ja auch persönliche Ziele, die man erreichen möchte. Das wäre in Neuruppin einfach nicht möglich, man würde hier bestenfalls in der Entwicklung stehen bleiben oder sogar einen Schritt zurück machen. Von daher ist es so wie es im Moment ist am besten und ich werde sehen was die Zukunft bringt.

Was machst Du wenn Du nicht gerade auf dem Tennisplatz stehst?
Eugen: Seit dem letzten Oktober studiere ich Stadt- und Regionalplanung in Berlin. Ansonsten verbringe ich in meiner Freizeit sehr viel Zeit mit Freunden und bin am Wochenende sehr viel unterwegs, wenn ich nicht gerade Tennis spielen muss. Ich versuche einfach so viel wie möglich zu erleben solange ich noch jung bin aber Tennis kommt dabei auf keinen Fall zu kurz.

Ein großer Erfolg liegt nun hinter Dir. Wie sehen Deine weiteren Ziele für 2009 aus?
Eugen: Ich hatte mir eigentlich für den Sommer einen Turniersieg vorgenommen und jetzt habe ich schon einen bevor der Sommer angefangen hat. Die Ziele die ich mir für den Sommer gesetzt habe werde ich trotzdem weiter verfolgen und freue mich schon sehr auf die Saison. Ein Ziel ist sicher den Titel beim World Team Cup zusammen mit Schlinki zu verteidigen! Die Punktspiele und die beiden anderen wichtigen Turniere stehen da aber sicher eher im Vordergrund.

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